Die Eurozone
Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise haben die Eurozone Ende 2009 in eine Verschuldungskrise gestürzt, in deren Verlauf milliardenschwere Hilfspakete aufgelegt wurden, und die zu einer Gefahr für das System der Europäischen Währungsunion geworden ist.
Daniela Schwarzer warnt seit längerem vor den Folgen einer „sich selbst erfüllenden“ Finanzkrise. In Ihrer SWP-Studie „Umgang mit Staatsbankrotten in der Eurozone“ plädiert sie unter anderem für einen Stabilisierungsfonds für die Eurozone sowie Regeln, die den unkontrollierten Bankrott eines Euro-Staates verhindern helfen und die Einführung von Eurobonds. Bisher aber sind trotz großen Drucks noch keine wirksamen Krisenmechanismen eingeführt worden.
In ihren Beiträgen für die SWP-Kolumne Kurz gesagt wie „Der Preis des Zauderns“ und „Das vergeudete Jahr“ warnt Daniela Schwarzer deshalb auch vor den Folgen dieser Untätigkeit nicht nur für die Eurozone sondern für das europäische Modell insgesamt.
Schon heute, so die Autorin, erschüttert das Ausmaß der Frustration in den EU-Geber- und Nehmerländern die Grundfesten der Währungsunion.
Heribert Dieter wiederum äußert sich in mehreren Medienbeiträgen zum Fall Griechenland sowie in dem SWP-Aktuell „Die internationalen Finanzmärkte stellen die Eurozone auf die Probe“. Darin identifiziert er den Staatsbankrott Griechenlands als „keineswegs schlechteste Alternative“. Das Modell einer europäischen Transferunion dagegen, argumentiert Dieter in weiteren Medienbeiträgen, gefährdet langfristig die europäische Integration.
Ognian Hishow befasst sich in seinem SWP-Aktuell "Die Schuldenkrise in der Europäischen Union" mit der Frage, wie die Mitgliedstaaten der EU ihren Schuldenstand nachhaltig abbauen können.
Stormy Mildner und Daniela Schwarzer befassen sich in „Taming the financial beast: A status report of financial regulatory reform in the United States and the European Union“ mit der Reform der Finanzmarktarchitektur nach 2009 im Blick auf die USA und EU. Da die USA und die EU die beiden größten Akteure auf den internationalen Finanzmärkten sind, ist deren Kooperation für eine erfolgreiche Regulierung zum Schutz vor neuen internationalen Finanzkrisen zwingend, so die Autorinnen.
