Petra Becker

Die syrische Muslimbruderschaft bleibt ein wichtiger Akteur

Im Umgang mit Syriens Opposition ist Inklusivität angezeigt

SWP-Aktuell 2013/A 52, August 2013, 8 Seiten

Die syrische Muslimbruderschaft (MB) hat im Sommer 2013 herbe Rückschläge hinnehmen müssen. Zum einen hat Katar, einer ihrer wichtigsten regionalen Unterstützer, Saudi-Arabien die Führungsrolle in der Freundesgruppe des syrischen Volkes überlassen – einem Zusammenschluss von Staaten und Organisationen, die Syriens Opposition zur Seite stehen. Zum anderen haben ihr die starke Kritik an der Regierungsarbeit der MB in Ägypten und die Medienhetze gegen den politischen Islam seit dem Sturz Mohammed Mursis zugesetzt. Unter dem Eindruck dieser Ereignisse haben die syrischen Muslimbrüder die Ende Juni angekündigte Ausrufung einer Partei – bis dato ist die MB eine Missionsgesellschaft – vorerst aufgeschoben. Dabei ist die Bruderschaft die Kraft, die innerhalb der syrischen Oppositionsbündnisse am besten organisiert ist. Nach wie vor sieht sie sich als führende Kraft im postrevolutionären Syrien. Deutsche und europäische Politik sollte moderate Kräfte jeder politischen Couleur zur Zusammenarbeit ermutigen und sie bei der Umsetzung demokratischer Konzepte unterstützen.

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