Russland und die Klimapolitik

Ansätze für eine Einbindung Russlands in einen aktiven Klimaschutz und in die internationalen Klimaverhandlungen

Projektleitung: Dr. Susanne Dröge, Dr. Kirsten Westphal

Mitarbeit: Oldag Caspar

Hintergrund und Relevanz

Russland gilt bei den UN-Klimaverhandlungen als schwieriger Verhandlungspartner. Für die Verabschiedung eines umfassenden und ambitionierten Nachfolgeabkommens zum Kyoto-Protokoll ist die Beteiligung Russlands jedoch essentiell. Russland gehört zu den vier größten CO2-Emittentenländern und trägt mit seinen riesigen Wald- und Moorflächen Verantwortung für einen der bedeutendsten Kohlenstoffspeicher weltweit. Russland ist zudem der weltgrößte Exporteur fossiler Energie. Der Staatshaushalt ist in großem Maß von den Einnahmen aus dem Energiesektor abhängig. Ein erfolgreiches internationales Klimaabkommen könnte darum zu erheblichen Einnahmeverlusten führen, sollte das Land nicht rechtzeitig andere Einnahmequellen erschließen. Wie in der überwiegenden Zahl von ressourcenreichen Staaten, bleibt jedoch auch in Russland die Entwicklung moderner Technologien und die Investition in energieeffiziente Prozesse stark hinter dem OECD-Durchschnitt zurück.

Der Klimawandel wird im Land erst allmählich als mögliche Gefahr erkannt. Dementsprechend entwickelt die Regierung erst jetzt Ansätze einer Klimapolitik. Dabei schaut Russland auch auf die Erfahrungen in Deutschland und der EU.

Unabhängig von klimapolitischen Zielsetzungen sind die Verbesserung der äußerst niedrigen Energieeffizienz und die Diversifizierung der auf Öl und Gas fixierten russischen Wirtschaft aktuelle Prioritäten der Regierung in Moskau. Hier existiert der Wunsch nach einer intensivierten Zusammenarbeit mit Deutschland.

Projektziele

Das Forschungsprojekt soll

  • die russischen Prioritäten in der Energie- und Wirtschaftspolitik beleuchten und sie in den klimapolitischen Kontext stellen.
  • die Ansätze der russischen Klimapolitik insbesondere im Hinblick auf ihr Diversifizierungs- und Modernisierungspotential für die russische Wirtschaft bewerten.
  • die Entwicklungen in Russland hinsichtlich der Potentiale für eine verstärkte russisch-deutsche sowie EU-Russland-Zusammenarbeit in den Bereichen Energieeffizienz, moderne Energietechnologien und Klimapolitik sowie –forschung beobachten.
  • Empfehlungen für eine verstärkte Kooperation in diesen Bereichen erarbeiten.
  • den Meinungs- und Informationsaustausch zwischen Russland und Deutschland – auch hinsichtlich der jeweiligen Positionen in den internationalen Klimaverhandlungen – fördern sowie Netzwerke aufbauen.

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