Forschungsschwerpunkt »Konkurrenz um knappe Ressourcen«

Hungerunruhen in Haiti, Streit um Gas zwischen der Ukraine, Russland und der EU, Wettlauf um strategische Metalle für Zukunftstechnologien - die zunehmende Knappheit natürlicher Ressourcen wird immer häufiger zum Thema nationaler und internationaler Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und nicht zuletzt der Medien. Die Lage auf den Rohstoffmärkten war in den vergangenen Jahren turbulent: Die Nachfrage nach energetischen und metallischen Ressourcen stieg durch neue Marktteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Schwellen- und Entwicklungsländern stark an und trieb so die Preise in die Höhe. Auch Nahrungsmittel erfuhren einen enormen Preisanstieg aufgrund der wachsenden Nachfrage aus den Schwellenländern, dem Einsatz von Biokraftstoffen und extremen Wetterphänomenen.

Trotz des temporären Preisabfalls infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ist mittelfristig keine Entspannung auf den Ressourcenmärkten zu erwarten. Mit der Erholung der Weltwirtschaft, den steigenden Wachstumsraten und der damit verbundenen wachsenden Nachfrage ziehen auch die Rohstoffpreise wieder an. Da während der Wirtschaftskrise notwendige Investitionen in Entwicklung und Innovation ausgeblieben sind, muss künftig von einer weiteren Verstärkung der Konkurrenzsituation ausgegangen werden.

Vor diesem Hintergrund hat die SWP 2009 einen Forschungsschwerpunkt zu »Konkurrenz um knappe Ressourcen« eingerichtet. Dieser soll während seiner zweijährigen Arbeit die Begrifflichkeiten Knappheit, Konkurrenz und Konflikt, sowie deren Zusammenhang behandeln.

Forschungsleitende Fragen

    • Führen 'Ressourcenknappheit' und 'Konkurrenz um knappe Ressourcen' zu Konflikten, bzw. tragen sie zur Verschärfung bestehender Konflikte bei? Und wenn ja, unter welchen Umständen ist dies so?

    • Wie können potentielle und akute Konflikte um knappe Ressourcen eingehegt und reguliert werden?

Vorgehen

»Konkurrenz um knappe Ressourcen« ist einer der vier Forschungsschwerpunkte der SWP. Mit der Setzung von Forschungsschwerpunkten verfolgt die SWP drei Hauptzwecke: Konzentration auf zentrale Problemstellungen der internationalen Politik, wissenschaftliche Innovation und Profilbildung.

Der Schwerpunkt ist forschungsgruppenübergreifend organisiert und verbindet verschiedene Disziplinen, wie Wirtschafts- und Politikwissenschaft, Regional- und Länderkunde, Demographieforschung und Völkerrecht. Theoriegeleitet entwickelt der Forschungsschwerpunkt ein Analyseraster, das als Leitfaden für ausgewählte Fallstudien dient.

In den Fallstudien werden verschiedene Ressourcen auf ihre Knappheit, Konkurrenzsituation und Konfliktrisiko, beziehungsweise Konfliktverlauf und -bewältigung hin untersucht. Zudem werden verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel unterschiedliche Governancemechanismen oder bestimmte Typen von Ressourcen, einbezogen, die einen Einfluss auf das Konfliktrisiko durch Knappheit einer Ressource haben können. Schließlich sollen Empfehlungen zum Umgang mit knappen Ressourcen erarbeitet werden.

Ergebnisse

Neben dem Schwerpunktheft der IP zur Ressourcenkonkurrenz ist im Februar 2011 eine gemeinsame Sammelstudie mit verschiedenen Fallbeispielen erschienen, die die Ergebnisse der Analyse vorstellen. Auf Basis der gewählten Beispiele werden im Resultat Aussagen über Konkurrenz und Konfliktrisiko verschiedener Ressourcen getroffen. Außerdem werden dadurch Governancestrategien aufgezeigt, die Konflikte entweder vermeiden, oder falls bereits latent oder manifest vorhanden, einhegen helfen. Abgeschlossen wurde die Arbeit am Forschungsschwerpunkt bereits mit einer Konferenz im Herbst 2010, auf der die Ergebnisse vorgestellt wurden.

Hier finden Sie die abschließende SWP-Studie:

Stormy-Annika Mildner (Hg.)
Konfliktrisiko Rohstoffe? Herausforderungen und Chancen im Umgang mit knappen Ressourcen
SWP-Studie 2011/S 05, Februar 2011, 228 Seiten

Hier finden Sie das Projektpapier des Forschungsschwerpunktes "Ressourcen-Konkurrenz":

Stormy-Annika Mildner (Hg.)
Konkurrenz um knappe Ressourcen
Projektpapier, Februar 2010, 28 Seiten

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