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GIBSA Quadrilogue |
Am 18. und 19. Mai 2011 fand in der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin eines der jährlichen Treffen des so genannten »GIBSA-Quadrilogues« statt. GIBSA ist ein Think Tank-Forum, bestehend aus Instituten in Deutschland, Indien, Brasilien und Südafrika, das 2007 gegründet wurde. Seitdem finden jährliche Konferenzen zu verschiedenen Themenschwerpunkten statt. Die bereits zum zweiten Mal in Berlin veranstaltete GIBSA-Konferenz wurde in diesem Jahr vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert. Der strategische Quadrilogue 2011 war thematisch der gleichzeitigen Mitgliedschaft der GIBSA-Staaten im UN-Sicherheitsrat im Jahr 2011 gewidmet. Die Konferenz soll seit ihrer Gründung im Jahre 2007 dem offenen Meinungsaustausch und der Vertrauensbildung zwischen den vier GIBSA-Staaten dienen. An der Veranstaltung in Berlin im Mai 2011 nahmen neben Vertreterinnen und Vertretern der SWP und den Partnerinstitutionen in Brasilien, Indien und Südafrika Vertreterinnen und Vertreter verschiedener deutscher Stiftungen, der Regierung und Entwicklungsorganisationen sowie der Wirtschaft teil.
Ziel des GIBSA-Quadrilogues
In Anlehnung an den Heiligendammprozess gründete die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP, Berlin) zusammen mit drei Partnerinstituten aus Indien, Brasilien und Südafrika – dem Institute of Peace & Conflict Studies (IPCS) in New Delhi, dem Centro Brasileiro de Relações Internacionais (CEBRI) in Rio de Janeiro, und dem Institute for Security Studies (ISS) in Pretoria – im Jahre 2007 den strategischen »GIBSA-Quadrilogue«. Der Quadrilogue soll dem gegenseitigen Austausch der vier Partnerstaaten über Perzeption und Interessenlagen dienen, sowie die Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der internationalen Beziehungen als auch in regionalen Fragen erleichtern. Gemeinsame Ideen und Ziele können so identifiziert und Möglichkeiten für Kooperation geprüft werden. Der Quadrilogue fand seit 2007 jährlich statt und wurde seitdem jeweils einmal in Berlin, in Rio de Janeiro (2008), Johannesburg (2009) und Neu Delhi (2010) ausgerichtet. Am 18./19. Mai 2011 kehrte die jährliche Konferenz des Think Tank Forums zum Ort von dessen Gründung nach Berlin zurück.
Ziele der Konferenz
Im Mittelpunkt der Konferenz stand die gleichzeitige Mitgliedschaft der vier GIBSA-Staaten Deutschland, Indien, Brasilien und Südafrika im UN-Sicherheitsrat 2011. Mit Brasilien, Indien und Südafrika sind 2011 drei Staaten im Sicherheitsrat vertreten, die sich als wirtschaftliche und politische Schwergewichte verstehen und für sich regionale Führungsrollen beanspruchen. Diese beabsichtigen, ein Gegengewicht zu den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates (five permanent members – »P5«) zu bilden und sie streben einen festen Sitz in dem Gremium an. Abgesehen von Brasilien, das bereits 2010 nicht-ständiges Mitglied des Sicherheitsrates war, stehen die GIBSA-Länder als neue Mitglieder im Sicherheitsrat vor der Herausforderung, sich zügig in die Arbeitsabläufe des Gremiums zu integrieren und dabei eigene Akzente zu setzen. Die Mitgliedschaft der aufstrebenden Schwellenländer kann in gewisser Weise als ein Testlauf verstanden werden, ob der Sicherheitsrat durch sie nicht nur auf der einen Seite repräsentativer wird, sondern auch auf der anderen Seite an Wirkungskraft gewinnt. Im Mittelpunkt des GIBSA-Quadrilogues 2011 stand die Diskussion über die Chancen und Herausforderungen, die sich durch diese Konstellation ergeben.
Koordination
Dr. rer. pol. Stormy-Annika Mildner, M.Sc.
E-Mail: stormy-annika.mildner(at)swp-berlin.org
Forschungsassistenz:
Gitta Lauster, M.A.
E-Mail: gitta.lauster(at)swp-berlin.org
Telefon: +49 30 88007-411
Projektbericht:
Hannah Petersen / Sonja Thielges
The 2011 GIBSA Conference on the United Nations Security Council - Positions, Demands, Shared Interests
GIBSA Policy Report, Juli 2011, 10 Seiten

