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SWP-Aktuell
Zentralasien im Kampf gegen den militanten Islamismus
SWP-Aktuell 2008/A 20, März 2008, 8 Seiten
von Uwe Halbach

Für die deutsche und europäische Zentralasienpolitik gibt es zwei wesentliche Gründe, sich mit Erscheinungen des militanten Islamismus nördlich von Afghanistan auseinanderzusetzen. Der eine ist das verstärkte Interesse an Stabilität in der Region, wie es in der 2007 von Deutschland erarbeiteten EU-Zentralasienstrategie artikuliert wird, der andere das deutsche Engagement in Nordafghanistan. In diesem Zusammenhang drängen sich für Deutschland und die EU eine Reihe von Fragen auf: Gibt es eine regionale Dimension von Jihad, die das postsowjetische Zentralasien mit Afghanistan verklammert? Inwieweit bilden die fünf zentralasiatischen Staaten ein Aktionsfeld für gewaltorientierte islamistische Netzwerke, die in Afghanistan und Pakistan Rückzugs- und Trainingsräume finden? Wie weitgreifend und wie radikal verläuft der Prozess der »islamischen Wiedergeburt« in den sowjetischen Nachfolgestaaten Zentralasiens? Wie reagieren die Regierungen darauf? Im Sicherheitsdiskurs in der Region wird der Bekämpfung des Extremismus und vorzugsweise des radikalen Islamismus ein hoher Rang zugemessen. Dieser Kampf bildet einen sicherheitspolitischen Kern für die Kooperation zentralasiatischer Staaten mit Russland und China in Regionalformaten wie der Schanghai-Organisation für Zusammenarbeit. Schon vor 2001 hatten die Regierungen in der Region auf grenzüberschreitende Risiken aus Afghanistan, besonders auf den zunehmenden Drogentransfer, aufmerksam gemacht.

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